Urlaubsanspruch

Urlaub

Nach § 3 Abs. 1 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) beträgt der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch bundeseinheitlich 24 Werktage. Dies ist allerdings bezogen auf eine 6 Tagewoche. Wenn Sie im Rahmen einer 5 Tagewoche von Montag bis Freitag arbeiten, so „reduziert“ sich der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch auf 20 Tage. Schwerbehinderte haben einen Anspruch auf Zusatzurlaub von 5 Arbeitstagen im Jahr.

 

Häufig kommt es zu Streitfragen, beispielsweise wenn der Chef den Urlaub verweigert. Grundsätzlich sind Sie in der Wahl des Zeitpunkts Ihres Urlaubs frei, § 7 Abs. 1 BUrlG. Ihr Arbeitgeber ist dann auch an Ihren Wunsch gebunden, da Ihnen Urlaub nur dann verweigert werden kann, wenn zwingende betriebliche Gründe dagegen sprechen.

 

Dies kann der Fall sein, wenn absolute Notwendigkeit besteht, einen Auftrag fristgerecht zu erfüllen oder personelle Engpässe in Saisonbetrieben auftreten. Auch denkbar ist dies bei krankheitsbedingten personellen Ausfällen. Teilweise sind auch die Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer vorrangig, beispielsweise wenn diese unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang haben. Jedenfalls aber muss Ihr Arbeitgeber Ihnen einen dieser Gründe nennen. Auch darf die Verweigerung von Urlaub nicht zum Dauerzustand werden.

 

Es kann auch der Fall auftreten, dass einmal genehmigter Urlaub widerrufen werden soll. Hierzu gilt zunächst einmal, dass der Urlaub genehmigt ist, wenn der Arbeitgeber Ihrem Urlaubsantrag schriftlich zustimmt. Nachträgliche Änderungen sind nur dann möglich, wenn Arbeitgeber und Mitarbeiter dies vereinbaren. Wenn nach der Genehmigung zwingende betriebliche Interessen auftreten, aufgrund derer der Arbeitgeber den Urlaub widerrufen will, so müssten Sie dieser Aufhebung zustimmen. Einfach streichen darf man Ihnen den Urlaub nicht.

 

Häufig tritt auch die Frage auf, ob Urlaubsansprüche im neuen Jahr verfallen. Hierbei ist zunächst einmal an arbeits- oder tarifvertragliche Sonderregelungen zu denken. Wenn Sie aber aus betrieblichen Gründen oder wegen Krankheit Resturlaub nicht nehmen konnten, so bleibt Ihr Urlaubsanspruch auch im neuen Jahr bestehen. Der Resturlaub muss dann allerdings in der Regel bis zum 31.03. genommen werden. Eine Ausnahme hiervon wäre, wenn Ihre Erkrankung über die ersten drei Monate des Jahres weiter andauert. Dann bleibt auch der Urlaubsanspruch weiterhin bestehen. Sobald Sie aber gesund werden, müssen Sie sich schleunigst um den Urlaubsanspruch kümmern, denn spätestens im Kalenderjahr der Genesung verfällt der Resturlaub.

 

Schlussendlich sollte man wissen, dass mit Geld der Erholungsanspruch nicht ausgeglichen werden kann. Ist es allerdings wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr möglich, den Urlaub ganz oder teilweise zu gewähren, so darf der Urlaubsanspruch ausnahmsweise in Geld ausgezahlt werden.